Archiv für August 2013

„Sommerfest versus Isolation“ – Einladung zum Sommerfest am 30. August in Rostocker Flüchtlingsunterkunft

Gemeinsame Pressemitteilung der Antirassistischen Initiative Rostock und des Netzwerks „Stop it! Rassismus bekämpfen – alle Lager abschaffen“

„Sommerfest versus Isolation“ – Einladung zum Sommerfest am 30. August in Rostocker Flüchtlingsunterkunft

Am kommenden Freitag, dem 30.08.2013, findet inder Rostocker Flüchtlingsunterkunft in der Satowerstr. 129/130 ab 15 Uhr ein Sommerfest unter dem Motto „Sommerfest versus Isolation“ statt. Das Programm ist auch in diesem sehr vielseitig. Neben sportlichen Aktivitäten wie Fußball, Beachvolleyball, Tischtennis und Klettern, sind zahlreiche andere kreative und spannende Angebote für Klein und Groß geplant. So stehen unter anderem eine Hüpfburg, Kickern, Trampolin springen und Kinderschminken aber auch ein Button-Workshop und Schablonen-Malerei und viele weitere Spiel- und Spaßmöglichkeiten auf dem Plan. Aboubacar Sy, ein Metall-Künstler aus der Flüchtlingsunterkunft, wird einige seiner Kunstwerke ausstellen. Zudem werden „Die Wartenden““, ein Kunstprojekt der Bildhauerin Christina Rode auf dem Gelände ausgestellt. (mehr…)

Podiumsdiskussion: „Lichtenhagen kommt (nie) wieder“ ? – 21 Jahre nach dem rassistischen Pogrom in Rostock-Lichtenhagen

„Lichtenhagen kommt (nie) wieder“ – 21 Jahre nach dem rassistischen Pogrom in Rostock-Lichtenhagen

Podiumsdiskussion über das bisherige Gedenken und die derzeitige Verantwortung

26. August 2013 // 19:30 Café Median // Rostock

Tagelang wütete im August 1992 ein gewalttätiger Mob und Neonazis unter dem Beifall Tausender BürgerInnen vor der Zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge (ZAST) und einem Wohnheim ehemaliger vietnamesischer VertragsarbeiterInnen und steckte die Häuser schließlich in Brand, in denen sich noch etwa Hundert Menschen aufhielten. Die Polizei und die politisch Verantwortlichen der Kommune, des Landes sowie des Bundes zeigten sich unwillig und unfähig, den tobenden rassistischen Mob aufzuhalten und die Betroffenen zu schützen. Stattdessen verständigten sich CDU/CSU, FDP und SPD noch während des Pogroms über die de facto Abschaffung des Grundrechts auf Asyl.

Bis heute ist die öffentliche Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit dem Pogrom in Rostock, MV aber auch auf Bundesebene marginal und oftmals von linken Zusammenhängen organisiert. Ein festes mahnendes Gedenken in Rostock sucht man immer noch vergebens. Während dessen findet erneut ein gesellschaftlicher Rechtsruck statt: BürgerInnen und Nazis hetzen wieder überall in Deutschland gegen Flüchtlinge, unterstützt durch Medien und eine passive Politik, Flüchtlingslager werden angegriffen. Dabei wird oft mit Sprüchen wie „Lichtenhagen kommt wieder“ oder „Rostock ist überall“ gedroht, so geschehen in Güstrow, Wolgast oder Waßmannsdorf (BB).

Die Podiumsdiskussion blickt zurück auf die Gedenkveranstaltungen zum 20. Jahrestag des Pogroms und darauf, was sich seither in Rostock getan hat. Wie kann ein Gedenken zwischen Stümphen und abseits der „großen Jahrestage“ aussehen? Welche Rolle muss und kann dabei die linke Szene spielen? Welche Lehren müssen gerade angesichts der derzeitig zunehmenden rassistischen Hetze gegen Flüchtlinge aus Rostock-Lichtenhagen für eine linke Intervention gezogen werden?

Podiumsgäste sind:

Markus Tervooren (Geschäftsführer VVN-BdA e.V.; Mitorganisator der Gedenkdemo zum 20. Jahrestag des Pogroms)
Dirk Stegemann (Aktivist aus Berlin; Unterstützter des Refugee-Protest)
Jonas Dogesch (Migrantenrat Rostock)
Uljana Petrovic (Antirassistische Initiative Rostock)

Offener Brief: Rostock – Kein Ort für rassistische Ausgrenzung!

Zahlreiche Rostocker Vereine und Initiativen, zu denen auch wir gehören, fordern in einem Offenen Brief ein konsequentes Vorgehen der Stadt gegen Rassismus und Ausgrenzung. Auslöser waren mehrere Berichte von MigrantInnen, denen vermehrt der Zugang zu Rostocker Clubs und Geschäften verwehrt wurde, sowie Berichte über rassistische Beleidigungen und gewalttätige rassistisch motivierte Angriffe an öffentlichen Orten der Stadt. Wir möchten mit dem Brief die Betroffenen unterstützen und die Stadt Rostock auffordern, gegen Rassismus und Diskriminierung in Rostock aktiv zu werden. Nichtzuletzt fast 21 Jahre
nach dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen sollte es im Interesse der Stadt sein, sich für eine gesellschaftliche Teilhabe aller unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus einzusetzen und Betroffene rassistischer Gewalt zu unterstützen.
Wer – ob als Einzelperson, Verein oder anderer Zusammenschluss – den offenen Brief ebenfalls unterstützen möchte, kann bis Ende August eine email an antira@systemausfall.org schreiben.

Offener Brief: Rostock – Kein Ort für rassistische Ausgrenzung!

Sehr geehrte Frau Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens,
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Roland Methling,
Sehr geehrte Frau Dr. Senatorin für Kultur und Soziales Liane Melzer,
Sehr geehrte Frau Integrationsbeauftragte Stephanie Nelles,
Sehr geehrte Mitglieder der Bürgerschaft,

Rostock ist eine weltoffene und tolerante Metropole am Meer. So zumindest präsentiert sich die Stadt gerne in der Öffentlichkeit. Für hier lebende MigrantInnen, ausländische Studierende und auch für Gäste aus aller Welt ist die Realität leider oft eine andere. Sie sind mit rassistischen Angriffen und Beleidigungen konfrontiert, ihnen wird eine gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben verwehrt und all zu oft erfahren sie nach solchen Erlebnissen nicht die öffentliche Unterstützung, die eigentlich selbstverständlich sein sollte. Es ist also noch ein weiter Weg bis das öffentlich dargestellte Selbstbild Rostocks tatsächlich Realität wird.
Da wird ein Mann wegen seiner Hautfarbe in einem öffentlichen Verkehrsmittel rassistisch verhöhnt, ohne das jemand interveniert – auch der Fahrer nicht. Da wird Menschen aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermuteten Herkunft der Zutritt zu Rostocker Clubs verwehrt oder sie sind gar mit tätlichen Übergriffen durch das Sicherheitspersonal konfrontiert. Andere werden aus Geschäften verwiesen, weil sie ein Kopftuch tragen. (mehr…)