Gegen den Naziaufmarsch in Güstrow! Rassisten stoppen! Solidarität mit Flüchtlingen!

Aufruf des Bündnisses Rassisten stoppen! Solidarität mit Flüchtlingen!:

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Gegen den Naziaufmarsch in Güstrow! Rassisten stoppen! Solidarität mit Flüchtlingen!

Für den 23. März 2013 ruft der Landesverband der NPD in Mecklenburg-Vorpommern auf, unter dem Motto “Einmal Deutschland und zurück – Kein Asylantenheim in Dettmannsdorf und Anderswo” durch Güstrow zu marschieren. In Güstrow wie auch in anderen Städten wollen die Nazis an diesem Tag ihre menschenverachtende Propaganda gegen Flüchtlinge, MigrantInnen und die Entstehung eines neuen Flüchtlingsheims in Güstrow-Dettmansdorf auf die Straße tragen. Das lassen wir nicht ungestört zu!

Die NPD und ihre Mär von „Überfremdung und Asylmissbrauch”

Migration und Asyl sind zentrale Themen der neonazistischen Partei, da sie mit einem vermeintlichen „deutschen Volk“ unvereinbar seien. Seit vielen Jahren propagieren sie einen sogenannten „Ethnopluralismus“, bei dem jedes „Volk“ seinen „angestammten Lebensraum“ hätte. Die rassistischen Wahnvorstellungen phantasieren eine vermeintliche „Überfremdung“ herbei, die nun auch MV bevor stünde. Diese menschenverachtende Ideologie zeigt sich in ihren Forderungen: rassistische Sprüche wie „Arbeit zuerst für Deutsche” bestimmen seit Jahren Parteiprogramm und öffentliches Auftreten. MigrantInnen und Flüchtlinge fungieren dabei als scheinbar ideale Sündenböcke. Sie sollen für hohe Arbeitslosigkeit, fehlenden Wohnraum, steigende Kriminalität, soziale Einbußen oder zahlreiche andere Probleme verantwortlich sein. Dieser rassistischen Sichtweise folgend, lassen sich diese Probleme entsprechend einfach lösen: durch Ausweisung, Ausgrenzung und Entmündigung. Vollkommen ausgeblendet werden dabei die Beweggründe für eine Flucht wie Verfolgung, Kriege, Diskriminierungen und erlebte Not.

Gesellschaftliche rassistische Diskurse als ideale Anknüpfungspunkte für die NPD

Ein idealer Nährboden für die menschenverachtende Propaganda der Neonazis sind rassistische Debatten von der sogenannten „bürgerlichen Mitte“. Die rassistische Hetze u.a. vom Bundesinnenminister Friedrich und Innenminister Caffier über einen vermeintlichen „Asylmissbrauch“ von MigrantInnen aus Serbien und Mazedonie, ebenso wie die derzeitige rassistisch dominierte Debatte über „Armutsmigration aus Südosteuropa“, ebenfalls maßgeblich von Bundesinnenminister Friedrich angestoßen, verstärken rassistische Vorurteile in der Gesellschaft und führen für die Leittragenden – in beiden Fällen vor allem Roma – zu harten asylpolitischen Konsequenzen (Abschiebung, Erschweren der Zuwanderung). Die reale Not, strukturelle Diskriminierung und Ausgrenzung und rassistische Gewalt gegenüber Roma in den Herkunftsländern werden schlichtweg ignoriert. Diese „bürgerlichen Debatten“ zeigen wie tief Rassismus und Antiziganismus in der Gesellschaft verankert sind.

Rassistische Diskussionen in der „Mitte der Gesellschaft“ werden wie in Güstrow und anderen Städten in den vergangenen Monaten vor allem im Hinblick auf die Unterbringung von Flüchtlingen geführt. So regte sich kurze Zeit nach dem Bekanntwerden, dass in Güstrow-Dettmansdorf ein Flüchtlingsheim entstehen soll, schnell Widerstand von BürgerInnen, die ihre Kinder, ihren Vorgarten, ihre Arbeitsplätze, die öffentliche Sicherheit und vieles mehr in Gefahr sahen. Der anliegende Kindergarten sorgte sich darum, dass Eltern ihre Kinder abmelden würden und die Einrichtung schließen müsse. Mit Flyern, Unterschriftenlisten, Leserbriefen und Petitionen drückten sie ihren Unmut gegenüber der Neueröffnung eines Flüchtlingsheims aus und betonten, dass dieser nicht rassistisch motiviert wäre. De facto bedienten sie mit ihrer Hetze gängige rassistische Ressentiments. In der Nacht zum 5. Oktober 2012 äußerte sich die offene Ablehnung schließlich mit einem Buttersäureanschlag auf das Gebäude des künftigen Flüchtlingsheims. Das rassistische Klima und das Unwissen will die NPD nun ausnutzen, um mit ihrer menschenverachtenden Ideologie auf Stimmenfang zu gehen.

Für menschenwürdige Lebensbedingungen von Flüchtlingen und eine solidarische und offene Willkommenskultur kämpfen!

Flüchtlinge sind in Deutschland vielen verschiedenen restriktiven Gesetzen unterlegen, in denen sich institutioneller Rassismus widerspiegelt und die auf die Abschreckung, Ausgrenzung und Ungleichbehandlung von MigrantInnen abzielen. Wir fordern die Kommunen und den Bund auf menschenwürdige Lebensbedingungen von Flüchtlingen zu schaffen. Wir kritisieren die menschenunwürdige Unterbringung in Flüchtlingslagern, rassistische Sondergesetze wie die „Residenzpflicht“ und das „Asylbewerberleistungsgesetz“ und die Abschiebungen von Flüchtlingen. Wir solidarisieren uns mit dem anhaltenden Refugeeprotest und fordern gemeinsam mit ihnen: Schließung aller Flüchtlingslager! Abschaffung der Residenzpflicht! Abschaffung der unmenschlichen Abschiebegeetze!

Rassisten stoppen…

… und zwar gemeinsam! Kommt mit uns am 23. März 2013 nach Güstrow, um den Nazis und Rassisten entschlossen entgegenzutreten! Wir wollen die Nazis nicht ungestört ihre menschenverachtende Propaganda verbreiten lassen! Achtet auf Ankündigungen, sagt es weiter, bringt Freunde und Freundinnen, Verwandte und Bekannte mit!

Refugees are welcome! Rassismus und Neonazis auf allen Ebenen bekämpfen!

english-version:

Against the Nazidemonstration in Güstrow! Stop Racists! Solidarity with the
Refugees!

For March 23^rd 2013 the NPD (National Party Germany) of Mecklenburg Vorpommern
calls for a demonstration through Güstrow, themed „To Germany and back – no
Accomodation for Asylumseekers in Dettmannsdorf or anywhere else!“ Like in other
places before, they want to promote their anti-human propaganda against
refugees, migrants and against the installation of a new refugee accomodation in
Güstrow-Dettmannsdorf. We won´t let this happen!

The NPD and their myth of „foreign infiltration and abuse of asylum“

Migration and asylum are main issues of the Nazi-Party, since they are not
compatible with their concept of a „german people“. For many years they have
propagated so called „Ethnopluralism“, where every „people“has its own „natural
habitat“. The racist ideas phantazise of „foreign infiltration“, which is now
about to happen to Mecklenburg-Vorpommern. This anti-human ideology is shown in
their requests: Racist slogans, like „Jobs for Germans first“ determine their
programme and publicity. Refugees and mgrants seem to be the perfect scapegoat.
They are made responsible for unemployment, lack of living space, rising crime,
social difficulties and lots of other problems. Following this point of view,
these problems can be easily solved, by diskrimination, incapacitation and
deportation. What is not seen is, that asylumseekers do not leave their
countries of origin without a reason. War, discrimination, persecution and
experienced need often play a role.

Public racist discourse as a perfect link for the NPD

Racist debates of the „political centre“ serve with a perfect base for the
anti-human propaganda of the Nazis. Racist statements, like those of the
minister of the interior of Germany, Friedrich, and of Mecklenburg-Vorpommern,
Caffier, about pretended „asylum-abuse“ of refugees from Serbia or Macedonia, as
well as the actual racist debate about „poverty migration from south-eastern
Europe“, enhance racist prejudice in the population and lead to asylum-political
decisions with woebegone consequences for the ones affected. Other aspects, like
the existing misery of roma in their countries of origin are not taken into
account. These public debates show the structure of racism in the population.

Racist discussions of the past months in Güstrow and other cities, of the
„middle of the population“ take place mainly, according to the accomodation of
Refugees. After the anounciation of the planned accomodation, resistance among
the population, who felt their children, their front garden of their public
security in danger, arose. The near by Kindergarden was afraid parents would
deregister their children so that it would have to close. With flyers, petitions
and letters to the newspapers their anger against the new refugee accomodation
was expressed. Still they emphasized that they did not have a racist motivation.
Actually they used racist stereotypes all the time. On October 5^th the official
denial led to a attac with nutanoic acid on the building for the planned refugee
accomodation. The NPD is now going to use this recist atmosphere to collect
voices with their anti-human ideology.

Fight for humane living Conditions of Refugees and a solidary and open Culture
of Welcomming!

Refugees in Germany underlie lots of restrictive laws, which show an
institutional racism, that aims to discriminate and alienate migrants. We
request humane living conditions for refugees! We critizise the placement of
refugees into lagers, special racist laws like the „Residenzpflicht“ and the
„Asylbewerberleistungsgesetz“ and the deportation of refugees. We show
solidarity with the ongoing refugee protests and claim with them: *Closing of
all Refugee Lagers! Abolish Residenzpflicht! Abolish deportation-law!

Stop Racists!…

… And we will do this together! Join us on March 23^rd in Güstrow, to stop Nazis
and Racists! We wont let the Nazis spread their anti-human propaganda! Watch out
for announcements, bring your friends and family!

Refugees are welcome! Fight Racism and Nazis on all levels!

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