PM: Zivilgesellschaftliche Initiativen fordern NSU-­Untersuchungsausschuss in MV

Mehr als ein Jahr nach dem Bekanntwerden der Verbrechen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) fordern zivilgesellschaftliche, antirassistische und migrantische Initiativen sowie Einzelpersonen aus Mecklenburg­-Vorpommern vom Schweriner Landtag die Bildung eines Untersuchungsausschusses.
Aus Mecklenburg­Vorpommern dringen kaum Anzeichen für aktuelle Ermittlungsarbeiten in die Öffentlichkeit.

„Angesichts der bisher öffentlich bekannten Aktivitäten der Neonazi­-Gruppe im Nordosten Deutschlands, darunter der Mord an Mehmet Turgut am 24.02.2004 in Rostock­-Toitenwinkel und zwei Banküberfälle in Stralsund, ist die öffentliche Aufklärung und Auseinandersetzung längst überfällig“, kritisiert Kim Ayalan, Pressesprecherin der Kampagne Stop it! Rassismus bekämpfen – alle Lager abschaffen, die zu den ErstunterzeichnerInnen gehört.
„Die Bevölkerung, die Opfer und ihre Angehörigen haben ein berechtigtes Interesse an der vollständigen Aufklärung dieser Taten. Wir fordern daher die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, um das Versagen der Sicherheitsbehörden bei den Ermittlungen zu prüfen und um die Taten des NSU und seines Unterstützungsnetzwerkes in Mecklenburg­Vorpommern lückenlos aufzuklären“, fordert Kim Ayalan im Namen aller
InitiatorInnen und UnterstützerInnen des Appells.
Der Aufruf an die Landespolitik wurde u.a. vom Flüchtlingsrat MV dem Migrantenrat, Rostock und dem Aktionsbündnis Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt! erstunterzeichnet. Die Initiativen weisen auf vielfältige offene Fragen hin: Haben die Behörden angesichts der Ermittlungen im organisierten Verbrechen und der Kriminalisierung der Opfer und ihrer Angehörigen die Gefährlichkeit des Neonazismus
nicht begreifen können, gar selber in rassistischen Mustern gedacht? Welche Rolle spielt nach den Erfahrungen aus anderen Bundesländern die regionale Neonaziszene bei der Unterstützung des NSU? Wie können die Behörden, Politik und Gesellschaft für die Perspektiven von Betroffenen rechter Gewalt und das mörderische Potential sensibilisiert werden?
Die würdevolle Erinnerung an die Opfer der Morde, der respektvolle Umgang mit ihren Angehörigen und der Wunsch der Gesellschaft nach einem angemessenen Gedenken erfordern Offenheit und Transparenz.

Die InitiatorInnen des Aufrufs fordern zu weiterer Unterstützung auf!

Weitere UnterzeichnerInnen können sich wenden an: stop_it@gmx.de

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2 Antworten auf „PM: Zivilgesellschaftliche Initiativen fordern NSU-­Untersuchungsausschuss in MV“


  1. 1 ano nym 19. Januar 2013 um 16:10 Uhr

    Sagt mal Leute glaubt ihr echt noch an son Quatsch? Guckt euch die Geschichte mal genauer an der ganze Scheiß ist vom Staat hausgemacht! Schon mal was Politik der Spannung und psychologischer Kriegsführung gehört?

  1. 1 Für eine öffentliche Aufklärung und Auseinandersetzung mit den NSU-Morden in MV « Demmin Nazifrei Pingback am 05. Januar 2013 um 12:32 Uhr
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