Menschen bei Maischberger – Feindbild Sinti und Roma: Sind wir zu intolerant? / 20.11.2012

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1 Antwort auf „Menschen bei Maischberger – Feindbild Sinti und Roma: Sind wir zu intolerant? / 20.11.2012“


  1. 1 Markus Winter 28. November 2012 um 21:54 Uhr

    Die Bundesrepublik Deutschland hat in diesem Jahr, insbesondere in den letzten beiden Monaten, einen beachtlichen Fortschritt geleistet, wenn es um die Anerkennung des Unrechts an den Sinti und Roma geht. Umso erstaunlicher erscheint dann die Ausstrahlung einer Talkshow im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit dem Titel: „Feindbild Sinti und Roma: Sind wir zu intolerant?“ Insbesondere die Arbeit Sandra Maischbergers gibt Anlass zur Frage, ob die kulturelle Verantwortung gewahrt wurde. Frau Maischberger hat durch Fragestellungen und als umgangssprachlich zu beschreibende Aussagen ein ästhetisch begründetes „Zigeunerbild“ wiederaufgelegt, das in der Vergangenheit bereits von mehreren Regierungen der Bundesrepublik Deutschland abgelehnt wurde. Gleich zu Beginn stellte sie Herrn Rose als den Vertreter der Sinti und Roma in Deutschland vor. Diese Vorstellung verleitete zu der Annahme, dass Herr Rose die in der Welt verteilte gesamte Minderheit der Sinti und Roma in Deutschland vertreten würde. Sie suggerierte weiterhin eine Staatenlosigkeit der einzelnen Menschen dieser Minderheit. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die Summe der unglücklich gewählten Worte wie „Clans“ und „Wellen“ ergab einen Ausdruck, der eine mangelnde und nicht zeitgemäße Beherrschung des Terrains bezeugte. Die Moderatorin vergriff sich an der Person Frau Bislimis, indem sie mit ihr ein positiv rassistisches Bild zeichnete, welches den Gegenpol zu den vorangegangenen Bildeinspielungen darstellen sollte. Maßt sich Frau Maischberger an, eine Bevölkerungsgruppe zu bewerten, indem sie negative und ein positives Beispiel nennt? Diese Polarisierung fördert die Angst vor der Preisgabe der ethnischen Identität. Nicht nur aus diesem Grund gilt die Notwendigkeit des Minderheitenschutzes, wie ihn die Landesregierung von Schleswig-Holstein beschlossen hat. Frau Maischberger hat eine Erkenntnis verweigert, die der Wissenschaft in Deutschland seit 230 Jahren vorliegt. 1782 bot der Sprachforscher J.C.C. Rüdiger einen ersten Erklärungsversuch für das Prekariat der Sinti und Roma und schrieb: „So nötigte man sie endlich freilich, das zu werden, was sie nicht wollten, noch waren, einzeln herumziehende Räuberbanden, Wahrsager und Bettlergruppen.“ Rüdiger bietet auch einen Lösungsansatz und verlangt nach einer gleichberechtigenden Behandlung. Gleichberechtigung ist nicht gegeben, wenn im Ersten Deutschen Fernsehen eine Sendung mit den Worten „Die große Schwierigkeit besteht darin …, dass man einerseits Nationalität und Zugehörigkeit zu einer Minderheit in diesen Fällen nicht auseinanderhalten kann…“, moderiert wird.

    Literatur: Rüdiger, Johann Christian Christoph, Neuester Zuwachs der teutschen, fremden und

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