Teilnahme am bundesweiten Aktionstag in MV: Das Problem heißt Rassismus! Schluss mit der Vertuschung der NSU-Morde

Vor einem Jahr, am 4. November 2011, wurde bekannt, dass über 13 Jahre eine neonazistische Gruppierung zehn Menschen tötete und bei zwei Bombenanschlägen Unzählige verletzte. Ihr Motiv war Hass auf Menschen mit realem oder angenommenem migrantischem Hintergrund. Finanziert und getragen wurde dieser so genannte „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) durch ein bundesweites neonazistisches Netzwerk sowie mindestens zwölf Banküberfälle. Unterstützung in Form von Wohnungen, Pässen, Autos usw. erhielt der NSU von einem festen Kreis von rund 20 Personen, durch die verbotene Organisation Blood & Honour, durch Funktionäre der NPD sowie durch freie Kameradschaften. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird es ein Jahr nach der Enthüllung Kundgebungen gegen dem Umgang mit dem NSU geben, hier allerdings einen Tag später am 5.November.

Nach heutigem Kenntnisstand berichteten aus diesem Kreis der Unterstützerinnen und Unterstützer mehrere so genannte V-Leute den deutschen Behörden, insbesondere den verschiedenen Ämtern des Verfassungsschutzes. Trotzdem waren diese nicht willens oder in der Lage, dem Morden ein Ende zu bereiten. Ganz offensichtlich sind die Verfassungsschutz und Strafverfolgungsbehörden Teil des Problems und nicht Teil der Lösung.

Fast täglich müssen wir nun aus den Medien erfahren, dass die Abgeordneten in den Untersuchungsausschüssen sowie die Öffentlichkeit von den Verantwortlichen belogen und getäuscht werden. Niemand will etwas gewusst haben, niemand will etwas entschieden haben.

Wir haben genug davon! Obwohl der NSU auch in Mecklenburg-Vorpommern aktiv war, in Rostock einen Mord verübte und nachweislich mit der regionalen Neonazi-Szene kooperierte, vertuschen Politik und Sicherheitsbehörden weiterhin die Aufklärung. Einen Untersuchungsausschuss hat der Landtag nicht eingesetzt. Innenministerium und Verfassungsschutz schlagen dagegen im aktuellen Verfassungsschutz gegen ihre Kritiker zurück und denunzieren antifaschistische Aktivitäten wie friedliche Sitzblockaden als “extremistisch”.

Um das bundesweiten Aktionswochenende um den 4. November 2012 werden wir deshalb mit Kundgebungen im ganzen Land ein lautes, vielfältiges und deutliches Zeichen gegen Rassismus und das Versagen staatlicher Institutionen setzen! Wir rufen zur Beteiligung an den Protesten auf, die der Opfer gedenken, die den von Diskriminierung und Rassismus Betroffenen eine Stimme geben und die das skandalöse Verhalten der deutschen Behörden anprangern.

Kundgebungstermine im Bundesland

In Mecklenburg-Vorpommern wird es am 5.November in Rostock, Stralsund und Greifswald ebenfalls Kundgebungen geben die an die Opfer erinnern und gegen die Vertuschung der rechten Morde protestieren sollen.

Rostock: Montag, 5. November 18 Uhr, Neuer Markt

Stralsund: Montag, 5. November 18 Uhr, Alter Markt

Greifswald: Montag, 5. November 18 Uhr, Marktplatz

Neubrandenburg: 5. November 18 Uhr, Bahnhofsvorplatz

Der Pressekontakt der lokalen antifaschistischen Initiativen ist unter der Nummer 01709701992 zu erreichen.

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Pressespiegel

Ostsee-Zeitung vom 02.11.2012 „Antirassistische Kundgebungen in vier Städten geplant“

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2 Antworten auf „Teilnahme am bundesweiten Aktionstag in MV: Das Problem heißt Rassismus! Schluss mit der Vertuschung der NSU-Morde“


  1. 1 Dr.Monika Raab 03. November 2012 um 19:47 Uhr

    Ich werde am 5.November 18.00 Uhr auf dem Uniplatz sein. Sendet mir bitte auch in Zukunft Infos zu Euern Initiativen an meine Mail-Adresse.
    Monika Raab, stellv. Vorsitzende des Bezirksseniorenausschusses von ver.di Rostock

  2. 2 Dr.Monika Raab 03. November 2012 um 19:50 Uhr

    Es muss in Rostock ein breits Aktionsbündnis gegen Rassismus geben!

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