Archiv für September 2012

Offener Brief an Verantwortliche der Stadt Wolgast und des Kreises Vorpommern-Greifswald zur Situation der Asylsuchenden

Die Kampagne „Stop it! Rassismus bekämpfen, alle Lager abschaffen“ hat heute einen Offenen Brief an den Kreis Vorpommern-Greifswald, die Wolgaster Stadtvertretung und den Wolgaster Bürgermeister versendet, mit dem sie auf die bedrohliche Situation der Asylsuchenden in der Stadt Wolgast aufmerksam machen, über Neonazistrukturen in Wolgast und Umgebung aufklären und die Verantwortlichen im Kreis und in der Stadt zu einem verantwortungsvollen Handeln im Sinne der Asylsuchenden auffordern will.
Wir erwarten von den adressierten Verantwortlichen, sich zu unseren Fragen zu positionieren: Was wird dafür unternommen, dass sich Flüchtlinge frei und ohne Angst in Wolgast und Umgebung bewegen können?; Inwiefern wurden Handlungsstrategien für akute Situationen erarbeitet?; Was wird der Propaganda der Nazis vor Ort entgegen gesetzt?; Wie steht der Landkreis zu dezentraler Unterbringung von Asylsuchenden?
Wenn die Stadt untätig bleibt, befürchtet die Kampagne, dass sich das rassistische Klima und die Gefahrenlage für die in Wolgast untergebrachten Flüchtlinge verstärkt und nicht folgenlos bleiben wird.
Der Offene Brief wird bereits von zahlreichen lokalen und bundesweiten Gruppen, Initiativen und Vereinen, sowie Landtags- und Bundestagsabgeordneten unterstützt.

Offener Brief vom 28.09.2012
Unterzeichner_innenliste
Hintergrundinformationen

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Hetze gegen neues Flüchtlingslager in Wolgast

Beschmierung am Wohnblock der Asylsuchenden

Derzeit leben 24 Asylsuchende in dem im August 2012 eröffneten Lager in Wolgast. Die Stimmung ist bedrohlich. Nazis hetzen in unmittelbarer Nähe des neuen Asyllagers mit Plakaten, Aufklebern und Graffiti gegen die Unterbringung von Asylsuchenden in Wolgast. Im Juni 2012 veranstaltete die NPD vor dem als Unterkunft dienenden Wohnblock eine Kundgebung mit dem Slogan „Deutsche raus – Asylanten rein – wir sagen NEIN!“. Die Empörung wurde verstärkt, da der betreffende Wohnblock für die Unterbringung der Asylsuchenden von vorherigen Mieter_innen geräumt wurde. Die Nazi-Propaganda findet Gehör bei der Wohnbevölkerung – eine fahrlässige Situation, veranlasst vom Landkreis Vorpommern-Greifswald. Ein Filmbeitrag der NDR-Sendung Panorama, der am 18.09.2012 ausgestrahlt wurde, gibt ein aktuelles Stimmungsbild wieder.

Pressespiegel zum Brief und zur weiteren Entwicklung

Ostsee-Zeitung vom 29.9.2012 „Besserer Schutz für Asylsuchende gefordert“

Norddeutsche Neueste Nachrichten vom 29.09.2012 Anti-Rassismus-Bündnis fordert Schutz der Asylsuchenden in Wolgast

Evangelische Kirche in MV vom 29.09.2012 „Prominente Politikerinnen besorgt über Lage von Asylbewerbern in Wolgast“

Störungsmelder (Zeit.de) vom 30.09.2012 „Initiativen schlagen Alarm wegen rassistischer Situation in Wolgast“

Nordkurier vom 01.10.2012 Politprominenz fordert: Schützt die Flüchtlinge in Wolgast vor Gewalt!

Nordkurier vom 04.10.2012 Wolgast wehrt sich gegen Naziklischees

Ostsee-Zeitung vom 08.10.2012 „Lasst es uns im Kleinen versuchen“

Nordkurier vom 08.10.2012 „Angriff auf Asylbewerberheim“

Ostsee-Zeitung vom 09.10.2012 „Böllerattacke auf Balkon von Asylbewerbern“

NDR 1 Radio MV vom 09.10.2012 „Flyer soll Akzeptanz für Asylbewerber erhöhen“

Taz vom 10.10.2012 „Mitten im Leben“

Ostsee-Zeitung vom 11.10.2012 „Sellering besucht Asylbewerberheim“

NDR vom 11.10.2012 „Sellering besucht Asylbewerberheim“

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16.10.2012 „Das eingeübte Ritual“

Mut gegen Rechte Gewalt vom 16.10.2012 „Rostock Lichtenhagen wird sich nicht wiederholen… … hoffentlich, hoffentlich“

Süddeutsche Zeitung vom 17.10.2012 „Die Leute sind nicht froh, dass wir hier sind“

Video zur Solikundgebung am 19.9.

Etwa 70 Personen haben sich am 19.9.2012 um 17 Uhr auf dem Doberaner Platz in Rostock versammelt, um ihre Solidarität mit den streikenden Flüchtlingen in Deutschland zum Ausdruck zu bringen. Das Medienkollektiv Manfred war dabei – hier gehts zum Video.

(HRO) Solidaritätskundgebung für den Flüchtlingsprotestmarsch und alle anderen streikenden Flüchtlingen am 19.9.12 // 17 Uhr // Doberaner Platz

Am 29. Januar 2012 erhängte sich Mohammad Rahsepar aus Angst vor der Abschiebung im Flüchtlingslager in Würzburg. Daraufhin traten am 19. März acht Flüchtlinge aus dem selben Lager für ihr Recht auf Asyl und für bessere Lebensbedingungen für Flüchtlinge in Deutschland in den Hungerstreik. Die Stadt Würzburg versuchte immer wieder durch verschiedenste Auflagen, den Protest der Flüchtlinge zu erschweren und mit erhöhtem Druck die Residenzpflicht (zwingt Asylsuchende, einen zugewiesenen Bereich/Landkreis nicht zu verlassen) bei mehreren Protestierenden durch zu setzen. (mehr…)

Hintergründe zur Solikundgebung – Interview mit Kombinat Fortschritt

Im Interview mit Kombinat Fortschritt berichten Vertreter_innen der Stop it! Kampagne über Hintergründe der Solikundgebung. Über Verlauf und Bedingungen des Protests der Flüchtlinge, den konkreten Bezug zur Situation von Flüchtlingen in Mecklenburg Vorpommern und Entwicklungen seit dem Gedenken an das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen, könnt ihr hier lesen.