Offener Brief von Hikmat Al-Sabty (Die Linke): Bevorstehende Abschiebung verhindern, Heirat erlauben

Wir unterstützen an dieser Stelle mit großem Nachdruck einen Offenen Brief des Landtagsabgeordneten Hikmat Al-Sabty (Die Linke), in dem er fordert, die Abschiebung von Teko Yao Segbedji, der derzeit in der Abschiebehaft in Bützow inhaftiert ist, zu verhindern. Ihm wurde seit 2010 nicht die Möglichkeit gegeben, seine Verlobte zu heiraten, da ihm keine Duldung gewährt wurde. Man kann annehmen, dass die geplante Heirat seitens der Behörden damit bewusst verhindert wurde, um ihn letztlich nach Togo abzuschieben.

Wir fordern die sofortige Entlassung von Teko Yao Segbedji aus der Abschiebehaft!
Wir fordern, ihm die Möglichkeit zur Heirat zu geben!
Wir fordern, die geplante Abschiebung von Teko Yao Segbedji und allen anderen gerade von Abschiebung Bedrohten zu stoppen!

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Bevorstehende Abschiebung verhindern, Heirat erlauben

Sehr geehrter Herr Minister Caffier, sehr geehrter Herr Lorenz, sehr geehrter Herr Lappat,

ich schreibe Ihnen, weil mich die Praxis, mit der in Mecklenburg-Vorpommern mit Asylsuchenden umgegangen wird, immer wieder schockiert.
Dieser Tage erreichte mich ein Hilferuf von Andrea Holtel. Ihr langjährig Verlobter soll nun abgeschoben werden. Teko Yao Segbedji sitzt seit Wochen in Abschiebehaft in Bützow, obwohl das Paar seit 2010 heiraten möchte – dies der Ausländerbehörde mitteilte und alle Papiere besorgt hat. Teko Yao Segbedji hat wie viele Asylsuchende, die in jahrelanger Ungewissheit leben, psychische Probleme, die aufgrund der langen Zeit ohne Papiere nicht behandelt werden konnten. Als Gesellschaft, die sich zu den unveräusserbaren Menschenrechten bekannt hat, erschreckt es mich immer wieder, wie diese Rechte Asylsuchenden in unserem Land nicht zuteil werden. Auch Herr Teko Yao Segbedji hat demnach das Recht auf ein faires Verfahren, auf rechtliches Gehör, auf Persönlichkeits- und Handlungsrechte. Im Fall von Teko Yao Segbedji ist es besonders verwundernswert, dass der Entschluss zu heiraten der Behörde bereits im Oktober 2010 angezeigt wurde, diese jedoch die nötige Duldung nicht gewährte und heute aussagt, davon nie etwas erfahren zu haben.
Sehr geehrter Herr Lorenz, sehr geehrter Minister Caffier, ich bitte Sie diese Umstände erneut zu prüfen und im Wohle von Teko Yao Segbedji und Andrea Holtel zu entscheiden. Ähnlich wie bei der Ausweisung von Herrn Ali Reza bestehen auch bei Herrn Segbedji psychische Probleme die auch zum Suizid des Asylsuchenden führen können.
Diesen Brief werde ich ebenfalls veröffentlichen und an die Medien weitergeben. In Zukunft wünsche ich mir, dass die Ausländer- und Landesbehörden sensibler mit den Schicksalen und Rechten der Asylsuchenden umgehen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hikmat Al-Sabty, MdL

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