Pressemitteilung: „Nicht sanieren, sondern schließen !“ – Die Forderung nach der Schließung des Flüchtlingsheims in Jürgenstorf bleibt bestehen

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„Nicht sanieren, sondern schließen !“ – Die Forderung nach der Schließung des Flüchtlingsheims in Jürgenstorf bleibt bestehen

Unter diesem Motto fordern verschiedene Vereine, Organisationen, der Flüchtlingsrat MV sowie die Bewohnenden in einem offenen Brief an den Landrat Heiko Kärger (CDU) und den Innenminister Lorenz Caffier (CDU) das Flüchtlingsheim in Jürgenstorf bei Stavenhagen schnellstmöglich zu schließen.

Das Flüchtlingsheim, das 2004 in der Abgeschiedenheit des 5 km von Stavenhagen entfernten 1000 Seelendorfs aus einer ehemaligen Schule umfunktioniert wurde und entgegen dem Willen der meisten Jürgenstorfer_innen eröffnet wurde, kennzeichnet sich neben mangelnder Instandhaltung, unzureichender Beratung durch Sozialarbeiter_innen, fehlenden Deutschkursen und Internetzugang für die dort untergebrachten Flüchtlinge grundsätzlich durch eine vollkommen isolierte Lage aus. Es gibt sehr wenige Möglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs. Ein Auto o.ä. ist für die meisten dort untergebrachten schlichtweg nicht finanzierbar – nach dem Asylbewerberleistungsgesetz liegen die Bezüge 40 Prozent unter dem Existenzminimum.
Den langen Weg nach Stavenhagen können alte und kranke Menschen nur mit vielen Mühen zurücklegen. Die Situation verschärft sich für die Betroffenen mit dem Beginn des Winters weiter. So wird der Weg zum Einaufen, zur Apotheke, zu Ärzt_innen etc. zu einer gefährlichen wie anstrengenden Tortur.
Seit dem das Flüchtlingsheim besteht hat sich bereits mehrmals Protest von den Bewohnenden geäußert.
Im Jahre 2004 wurde beispielsweise die anliegende B194 besetzt, um auf die schechten Lebensbedingungen aufmerksam zu machen. Verbessert hat sich seit dem nicht viel.
Im September diesen Jahres regte sich erneut Widerstand gegen die Lebensbedingungen in dem Flüchtlingsheim. Die Bewohnenden haben zusammen mit Unterstützer_innen aus ganz MV einen offenen Brief verfasst, der die isolierten, unwürdigen Lebensbedingungen genauer beschrieben hat und die eindeutige Forderung nach einer Schließung des Flüchtlingsheims enthielt. Daraufhin gab es ein großes Medienecho und Besuche von Verantwortlichen des Kreises, sowie des Landes vor Ort.
Der Forderung nach einer Schließung wurde jedoch allenfalls mit Verbesserungen am Objekt begegnet (Küchenausstattung, Sanierung). Diese verändern jedoch nicht die grundätzlich isolierte Lebenssituation der Menschen in dem Flüchtlingsheim. Viele von ihnen vergleichen die Situation mit einem Gefängnis und leiden aufgrund der Unterbringung unter Depressionen, so Kim Ayalan, Pressesprecherin der Kampagne.
Daher unterstützt die Kampagne mit Nachdruck die Forderung der Flüchtlinge nach einer Schließung des Flüchtlingsheims, sowie eine dezentrale Unterbringung in Wohnungen in größeren Kommunen, die die Möglichkeiten zur Unterstützung und gesellschaftlichen Teilhabe bieten.

Hier der offene Brief ans Innenministerium und den zuständigen Landrat:
offener Brief ans Innenministerium und den Landrat

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