Archiv für September 2011

Protest gegen das Flüchtlingslager in Jürgenstorf bei Demmin

Pressemitteilung der Stop-It-Kampagne zum offenen Brief von Flüchtlingen aus der Asylunterkunft in Jürgenstorf/Stavenhagen (Mecklenburg-Vorpommern)

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Ende letzter Woche wurde von den BewohnerInnen des Asylheims in Jürgenstorf ein offener Brief an Behörden, Vereine, Kirchen- gemeinden und InteressenvertreterInnen geschickt. In diesem Brief werden die unmenschlichen Wohnbedingungen kritisiert und eine Schließung des Heimes gefordert.
Die AsylbewerberInnenunterkunft in Jürgenstorf bei Stavenhagen in Mecklenburg Vorpommern ist in Zusammenhang mit der zuständigen Ausländerbehörde in den letzten Jahren des öfteren in die Kritik geraten. (mehr…)

Protest gegen Lagerunterbringung in Jürgenstorf: Offener Brief von Flüchtlingen und UnterstützerInnen

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Asylverfahren dauern oft viele Jahre. Während dieser Jahre werden die Betroffenen nicht nur durch rassistische Sondergestzte diskriminiert, sie werden zum Großteil in sogenannten Gemeinschaftsunterkünften zwangsuntergebracht. Hinter diesem steril klingenden Begriff der Geimschaftsunterkunft (GU), verbirgt sich ein Lagerleben mit zumeist sehr menschenunwürdige Lebensbedingungen. Neben baulichen Mängeln, unzureichender Beratung fehlt es oft an Sprach- und Bildungsangeboten, sowie an Kontaktmöglichkeiten zu den Menschen aus der Umgebung. Psychische und physische Folgeerkrankungen sind die Regel. Eine Aufarbeitung der traumatischen Erlebnisse vor und während der Flucht, ist nicht möglich. Die Ansiedlung solcher Unterkünfte an den Rändern von Städten ist Ausdruck der gewollten Desintegration seitens des Staates – eine Existenz am Rande der Gesellschaft beginnt!

Jürgenstorf ist ein 1.100 Seelendorf, etwa 4 Kilometer entfernt von Stavenhagen, das mit dem Bus nur selten zu erreichen ist. Das Lager liegt am Rand des Ortes und beherbergt etwa 200 Menschen. In einem offener Brief an Politiker_innen, Integrationsbeauftragte, Behördenmit- arbeiter_innen, Soziale Einrichtungen und Verbände, Kirchengemeinden, und alle anderen am Wohl von Menschen interessierten Einrichtungen und Einzelpersonen, bringen die Bewohnenden ihren Protest zum Ausdruck!

Offener Brief pdf